Besucht: Amerika

Amerika, Wiege der Comic-Kultur von Superman bis Underground… Da müsste doch was los sein, möchte man meinen. Das leicht verwirrte Fazit vorweg: Das Schweizer Cartoonmuseum Basel ist ausstellungstechnisch allem überlegen, was mein besuchtes Amerika zu bieten hatte.

Doch möchte ich einige Perlchen nicht vorenthalten:

SAN FRANCISCO

Pretty in Pink CAM-Humor

Das mit Herzblut betriebene Cartoon Art Museum (CAM) ist unter allen Umständen einen Besuch wert. Neben Zeichnungskursen zeigt es kleine, aber sorgfältig kuratierte Ausstellungen. So konnte im August die Entstehung von grossformatigen Superhelden-Bildern bestaunt, die Produktionsgeschichte der Ninja Turtles studiert und mit Yellow Kid & Co. in die Anfänge des Comics eingetaucht werden. Ein besonderer Augenschmaus war „Pretty in Pink“ – eine Retrospektive früher Comic-Zeichnerinnen, die als emanzipierte Frauen in der von Männern dominierten Szene starke Figuren erschufen. Der angrenzende Museumsshop ist gleichzeitig ein gut sortierter Comicbuchladen mit eigenem Humor.

Ein Comic-Laden meines Geschmacks war Comix Experience in der Nähe von Haight Ashbury, des Disney-World der Hippie-Bewegung. Ein gutes Angebot an Comics von Mangas bis Graphic Novels und ein paar Zines bilden ein solides Angebot. Eingekauft: schätzungsweise 4 Kilo.

 

NEW YORK

Der Lieblingsshop meiner ganzen Reise war Desert Island in Brooklyn. Ausgefallene Zines, handgebundene Raritäten, lokale Werke sind in diesem – man muss sagen – regelrecht kuratierten Laden erhältlich. Desert Island bringt mit „Smoke Signal“ sogar eine eigene Zeitschrift heraus, gratis im Laden zu beziehen. So was wünsche ich mir in der Schweiz allemal. Eingekauft: fein ausgewählte, geschätzte 0.5 Kilos.

Ein Klassiker unter allen Comic-Shops ist Forbidden Planet am Union Square – der an einigen Tagen sogar bis Mitternacht geöffnet hat, für alle kreativen Nachteulen mit Augenringen. Besonders ausgiebig ist hier das Angebot an Zines, womit ich mich gleich kiloweise eindeckte.

MoCCA, New York

MoCCA, New York

Das Museum of Comic and Cartoon Art (MoCCA) wird seinem Namen allerdings nicht so ganz gerecht. In die Society of Illustrators eingebunden, besteht es eigentlich nur aus einem Gang, der zu den Toiletten führt. Diese waren hingegen fast interessanter als die Ausstellung selbst…

Alles in allem also ein enttäuschend kleines Angebot an Comic-Ausstellungen in Amerika – dafür zeigte sich in den Shops (von denen ich nur den kleinsten Bruchteil besuchen konnte) eine hoch aktive, junge Comic-Szene. Da ist genug Material für tagelanges Lesevergnügen zusammen gekommen…

Shopping in Amerika

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